Aktuelles aus der BAfF, ihren Mitgliedszentren und der Flüchtlingspolitik:
Seit Anfang April steht die BAfF mit zwei neuen Projekten in den Startlöchern: über die nächsten drei Jahre werden wir zum einen gemeinsam mit Flüchtlingen, die in Berlin Schutz suchen, an der Konzeption eines Filmes, der die besondere gesellschaftliche Situation von Flüchtlingen im öffentlichen Raum thematisiert, zum anderen an einer bundesweiten Datenerhebung zur Versorgungssituation innerhalb der Behandlungszentren arbeiten. Beide Projekte werden vom Europäischen Flüchtlingsfond (EFF) gefördert.
BAfF-Tagung 2012: "Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge - Privileg oder universelles Menschenrecht?"
Unter diesem Motto wird vom 28. bis zum 30. Oktober die diesjährig in Berlin ausgerichtete BAfF-Tagung stattfinden.
Nähere Informationen werden in Kürze bekannt gegeben.
European Network Conference:
“Documentation of torture – providing evidence for justice”
Das nächste European Network Meeting wird vom 22. bis zum 25. Mai in Chisinau, Moldawien stattfinden. Die Konferenz wird im Lichte des Themas “Documentation of torture – providing evidence for justice” stehen.
Wir möchten alle KollegInnen herzlich dazu einladen, mit ExpertInnen aus den europäischen Behandlungszentren in den Dialog zu treten und freuen uns über rege Teilnahme.
Das Programm sowie weitere Informationen zur Konferenz und natürlich aktuelle Nachrichten aus dem European Network finden Sie unter http://european-network.org/
Das Psychosoziale Zentrum für MigrantInnen in Sachsen-Anhalt (PSZ) sucht für den Standort Magdeburg zum 01.07.2012 eine/-n Diplom-Psychologen /in in Teilzeit.
UNICEF-Studie "Stilles Leid"
- Zur Situation von abgeschobenen und rückgeführten Kindern
Im Auftrag von UNICEF hat ein Forscherteam erstmals die psychosozialen Auswirkungen von Abschiebungen und Rückführungen auf Kinder untersucht.
Hierzu wurden Mädchen und Jungen sowie ihre Familien untersucht, die 2010 aus Deutschland und Österreich in den Kosovo zurückgebracht wurden.
Die Ergebnisse sind – so die Autoren- „erschreckend, wenn auch nicht unerwartet: Fast die Hälfte aller Jugendlichen (44,2 %) litt an Depressionen, ein Viertel (25,5 %) berichtete von Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und ein Fünftel (19,1 %) empfand das Leben als nicht lebenswert. Ein Viertel (25,5 %) hatte Selbstmordgedanken, was in einer Region mit traditionell niedrigen Selbstmordraten bemerkenswert ist.
Weitere Ergebnisse der Studie können Sie in der Publikation der Studie nachlesen.
Aktuelle SBPM-Standards zur Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen erschienen
Die SBPM-Standards zur Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen (im aufenthaltsrechtlichen Verfahren) wurden vor dem Hintergrund entwickelt, dass spezifische Kenntnisse zur Verifizierung psychisch reaktiver Traumafolgen in Bezug auf aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse sowie die kulturspezifischen und rechtlichen Besonderheiten unzureichend sind. Eine überregionale Gruppe erfahrener GutachterInnen (Arbeitsgruppe SBPM) hat Gutachtenstandards formuliert und ein Fortbildungscurriculum entwickelt, das in Zusammenarbeit mit den Kammern für Ärzte und Psychologen bundesweit als Grundlage zertifizierter Fortbildungsveranstaltungen dient.
Nun wurden die Standards auf Grundlage der Erfahrungen der letzten Jahre ergänzt und entsprechend aktualisiert. Die überarbeiteten Standards können Sie hier sowie in Kürze auch unter www.sbpm.de herunterladen.
20 Jahre Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention: Individualbeschwerdeverfahren bekannt machen!
Die international verbrieften Kinderrechte sind in Deutschland nach wie vor weitgehend unbekannt. Dies kritisierten anlässlich des 20. Jahrestages der Ratifizierung am 5. April 2012 übereinstimmend die National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und das Aktionsbündnis Kinderrechte: so seien u.a. Änderungen in Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrecht sind notwendig, damit Flüchtlingskinder in Deutschland endlich gleiche Rechte erhalten.
Für die UN-Konvention soll noch in diesem Jahr die Möglichkeit zur Individualbeschwerde geschaffen werden. Das Aktionsbündnis Kinderrechte und die National Coalition begrüßen, dass die Bundesregierung eine zügige Ratifizierung Deutschlands zugesagt hat und fordern eine großangelegte Ratifizierungskampagne zur Bekanntmachung des neuen Zusatzprotokolls und der in der Konvention beschriebenen Kinderrechte: Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern.
Weitere Informationen unter: http://www.national-coalition.de/index.php und http://www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de/
Die BAfF hat gemeinsam mit vielen weiteren AkteurInnen eine Stellungnahme gegen das Asyl-Schnellverfahren unterzeichnet. Wir lehnen das sogenannte „Flughafenverfahren“ sowie die Inhaftierung schutzsuchender Flüchtlinge zur Durchführung des Asylverfahrens ab und fordern von den Ländern Brandenburg und Berlin sowie der Bundesregierung, auf die geplante Errichtung und Inbetriebnahme einer sog. „Gewahrsamseinrichtung“ auf dem Gelände des Flughafens BER Willy Brandt zu verzichten und stattdessen Asylsuchenden ein reguläres Asylverfahren in Freiheit zu ermöglichen.
Hier finden Sie die gemeinsame Stellungnahme zum Download als pdf (725 KB).
Fachgespräch zur „Gesundheitlichen Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge“
Angesichts der anstehenden Novellierung des Asylbewerberleistungsgesetzes hat die BAfF am 18. Januar gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. eine Fachveranstaltung zur „Gesundheitlichen Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge“ durchgeführt.
Die Veranstaltung richtete sich vor allem an Politiker und Politikerinnen aus dem Deutschen Bundestag und aus den Ländern sowie EntscheidungsträgerInnen der Ministerien... weiterlesen
Dublin II: Rechtsgutachten zum EuGH-Urteil
Zum Jahreswechsel hatte sich der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) mit zentralen Fragen zum innereuropäischen Umgang mit Asylsuchenden im Rahmen der sog. Dublin-Verfahren befasst. Das Urteil und seine Konsequenzen sind inzwischen in einem Rechtsgutachten analysiert worden.
Als Zentrales Ergebnis besagt das Urteil, Asylsuchende dürften nicht in einen nach der Dublin-II-Verordnung zuständigen Mitgliedstaat überstellt werden, wenn die Gefahr besteht, dort einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung i.S. v. Art. 4 EU-Grundrechtecharta ausgesetzt zu werden. Liegen systemische Mängel hinsichtlich der Aufnahmebedingungen für Asylsuchende oder hinsichtlich des Asylverfahrens vor, so sind die Gerichte und Behörden aufgefordert, die Überstellung des Asylsuchenden zu unterlassen (Foto: http://dublin2.info/).
Weitere Informationen zum Thema finden Sie z.B. hier.
Publikation zur Schreibwerkstatt
Unser Zeitzeugenprojekt ermöglichte uns über lange Zeit hinweg, intensiv gemeinsam mit Flüchtlingen und Überlebenden von Folter und Gewalt an der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen zu arbeiten.
Mit der Veröffentlichung der Broschüre „Und meine Seele jagte den flüchtenden Worten nach...“ - einem Sammelband der Texte, die in unserer Schreibwerkstatt entstanden sind, möchten wir Sie nun einladen, an den Geschichten und Gedichten der ZeitzeugInnen teilzuhaben, ihr persönliches Schicksal nachzuvollziehen und sie dabei zu begleiten, wie sie Worte fanden für ihre inneren Bilder und Gedanken, für ihre Gefühle und Erinnerungen, ihre Wünsche und Visionen.
Die Broschüre zur Schreibwerkstatt können Sie über Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. gegen Porto bestellen. Allen unseren Mitgliedszentren werden wir in Kürze ein Exemplar zukommen lassen.
Zeitzeugen der Menschenrechte berichten online!
Mit ihrem Zeitzeugenprojekt reagiert die BAfF auf das Bedürfnis von Flüchtlingen, ihre Erlebnisse von Gewalt, Flucht sowie des Lebens im Exil mitzuteilen, Schrecken und Leid, aber auch die Hoffnung auf ein neues Leben in die Öffentlichkeit tragen und für nachfolgende Generationen dokumentieren zu wollen.
Besuchen Sie das Projekt auf der Website, haben Sie teil am persönlichen Schicksal, den Geschichten und Gedichten der ZeitzeugInnen und erfahren Sie mehr über Hintergründe zur politischen Lage der jeweiligen Heimatländer. Sie werden sehen, wie sehr die Geschichten der Flüchtlinge zugleich Zeugnis ihrer eigenen Stärke sowie auch der besonderen Solidarität anderer Menschen sind.
Außerdem können Sie sich hier über weitere Details zum Projekt informieren.
Die KünstlerInnen, die in der Galerie Upgang ausstellen, kommen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Was sie vereint, ist ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit.
Werden Sie KunstsammlerIn und helfen Sie Überlebenden von Folter und anderen Formen schwerer Menschenrechtsverletzungen.






