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Die Psychosozialen Zentren in Deutschland

Die Psychosozialen Zentren bilden die zentrale Säule in der psychosozialen Versorgung von Überlebenden von Krieg, Folter und Flucht. Die Psychosozialen Zentren bieten ein niedrigschwelliges, multiprofessionell organisiertes Leistungsspektrum an.

Die Bedarfe von geflüchteten Menschen und sind vielschichtig und häufig nicht von einer Berufsgruppe allein abzudecken. Menschen mit Fluchterfahrung werden durch die in den Zentren vorhandene psychotherapeutische, sozialarbeiterische, rechtliche und ärztliche Expertise individuell je nach Bedarf unterstützt. Darüber hinaus stehen auch kreative, bewegungs- und bildungsorientiere Angebote zur Verfügung.

Zum interdisziplinären Leistungsangebot der Psychosozialen Zentren gehört auch die enge Zusammenarbeit mit Sprachmittler*innen, damit eine Versorgung von Menschen mit geringen oder ohne Deutschkenntnisse/n stattfinden kann. 2019 fanden knapp 60 % aller Beratungen/Therapien in den Psychosozialen Zentren mithilfe von Sprachmittlung statt.

Die meisten Zentren bieten darüber hinaus Fortbildungen und Fachberatung für medizinische, psychotherapeutische und pädagogische Fachkräfte an und setzen sich auch auf politischer Ebene für die Belange von Überlebende von Krieg, Folter und Flucht ein.

Momentan sind 47 Psychosoziale Zentren in der BAfF organisiert.

Adressen und Kontaktdaten der Psychosozialen Zentren


Die Versorgungssituation in den Psychosozialen Zentren

Mit rund 25.000 Klient*innen, die ein psychosoziales und/oder therapeutisches Angebot in 2019 in Anspruch genommen haben, zeigt sich ein Anstieg von knapp 10 Prozent im Vergleich zu 2018. Wie schon in den Jahren zuvor wird dadurch die Dringlichkeit psychosozialer Hilfe für geflüchtete Menschen in Deutschland deutlich. Die Daten zeigen aber auch den ungedeckten Versorgungsbedarf, den es in Deutschland für die psychosoziale Begleitung von geflüchteten Menschen gibt – über 11.800 Personen konnten 2019 nicht versorgt werden. Die Gründe dafür sind vor allem Kapazitätsgrenzen und fehlende finanzielle Mittel.

(Auszug aus dem Datenbericht zur psychosozialen Versorgung von Überlebenden von Krieg, Folter und Flucht in Deutschland 2019)

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