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FAQ

Was sind Traumafolgestörungen?

Menschen, die Traumatisches erlebt haben, können sehr unterschiedlich auf diese psychische Belastung reagieren. Häufig können die psychischen Reaktionen einer von verschiedenen Traumafolgestörungen zugeordnet werden. Häufig treten auch mehrere Traumafolgestörungen zeitgleich auf und überlagern sich.

Unter dem Oberbegriff Traumafolgestörung können mehrere klinische Diagnosen gefasst werden:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS bzw. engl: PTSD)
  • Depressive Störungen
  • Dissoziative Störungen
  • Angststörungen
  • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline)
  • Suchterkrankungen
  • Somatoforme Störungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Immunologische Erkrankungen (Asthma, Gelenkentzündungen, Ekzeme, …)

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wird in Politik und Medien häufiger als die Diagnose benutzt, um das Leid von Geflüchteten zu beschreiben.

Studien zeigen, dass zwischen 30 und 50 % der Geflüchteten an Traumafolgestörungen leiden. Das heißt aber auch, dass nicht jede geflüchtete Person traumatisiert ist oder unter einer Traumafolgestörung leidet.

Weitere Informationen:

BAfF. (2018). Traumasensibler und empowernder Umgang mit Geflüchteten. Ein Praxisleitfaden. http://www.baff-zentren.org/wp-content/uploads/2018/11/BAfF_Praxisleitfaden-Traumasensibler-Umgang-mit-Gefluechteten_2018.pdf

Bozorgmehr, K., Mohsenpour, A., Saure, D., Stock, C., Loerbroks, A., Joos, S., & Schneider, C. (2016). Systematische Übersicht und „Mapping“ empirischer Studien des Gesundheitszustands und der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Deutschland (1990–2014). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 59(5), 599–620.

Steel, Z., Chey, T., Silove, D., Marnane, C., Bryant, R. A., & van Ommeren, M. (2009). Association of torture and other potentially traumatic events with mental health outcomes among populations exposed to mass conflict and displacement: A systematic review and meta-analysis. JAMA: The Journal of the American Medical Association, 302(5), 537–549.