Hintergrundmaterial

Abschiebung trotz schwerer Krankheit?

Seit nunmehr fünf Monaten ist das sogenannte Asylpaket II in Kraft. Doch noch immer herrschen einige Unklarheiten, insbesondere, was die Abschiebehindernisse aus gesundheitlichen Gründen betrifft. Im Asylmagazin 06/2016 hat unsere Rechtsreferentin Nina Hager einen Artikel zu den gesetzlichen Neuregelungen zu Abschiebungshindernissen aus gesundheitlichen Gründen veröffentlicht. Sie erläutert darin, was sich im Hinblick auf Abschiebungsverbote und Abschiebungshindernisse aus gesundheitlichen Gründen tatsächlich geändert hat. Zusätzlich gibt sie Praxishinweise, an denen sich Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Beratungsstellen orientieren können.


Reader „Frühfeststellung und Versorgung traumatisierter Flüchtlinge“

Konzepte und Modelle  zur Umsetzung der EU-Richtlinien für besonders schutzbedürftige Asylsuchende

September 2015

Es gibt mittlerweile in den europäischen Ländern sowie innerhalb der Bundesrepublik Deutschland unterschiedliche Versuche, den Vorgaben der EU-Aufnahmerichtlinie nachzukommen und ein Verfahren zu implementieren, mit welchem Personen, die besonders schutzbedürftig sind, identifiziert, besondere Bedarfe ermittelt und notwendige Hilfen eingeleitet werden. Allen Modellen ist gemein, dass sie als Pilotprojekte initiiert wurden und ihre Finanzierung über unterschiedliche Fonds auf Projektbasis finanziert wurde. Es konnten erste Ergebnisse und Erfahrungen gesammelt werden, wie die Vorgaben der EU-Aufnahmerichtlinie umgesetzt werden können. Die Praxis zeigte, dass alle Modelle mit verschiedenen Stärken und Schwächen behaftet sind. In der Praxis zeigte sich, dass es bei den verschiedenen Konzepten Elemente gab, die in allen Modellen von Bedeutung waren und aus denen sich verallgemeinerbare Standards ableiten lassen, wie die Bedeutung geschulten Personals, qualifizierte DolmetscherInnen und ein niedrigschwelliger Zugang. Auch verweisen die Ergebnisse auf klassische „Stolpersteine“, die es konzeptionell zu berücksichtigen gilt, wie das Fehlen eines geeigneten, institutionalisierten Gesprächsformates für die Früherkennung, unzureichendes Schnittstellenmanagement und die fehlende Sicherstellung der Leistungsgewährung nach Feststellung der besonderen Schutzbedürftigkeit.

Die unterschiedlichen Modelle werden vorgestellt, wie auch die teilweise zum Einsatz gekommenen Screeningfragebögen. Abgeleitet aus den Vor- und Nachteilen dieser Modelle wird das Konzept der BAfF für qualifizierte Verfahren zur Feststellung, fachspezifischen Bedarfsermittlung, Erstversorgung und Behandlung von besonders schutzbedürftigen Gruppen vorgestellt, welches Anforderungen an den Prozess sowie Qualifikationsmerkmale der involvierten AkteurInnen integriert.

Den Reader der BAfF können Sie hier herunterladen: Modelle zur Frühfeststellung besonders Schutzbedürftiger

Eine Frage von Glück und Zufall

Zu den Verfahrensgarantien für psychisch Kranke oder Traumatisierte im Asylverfahren
Stand: Juli/August 2017 von Jenny Baron und Nina Hager (BAfF)
Beilage zum Asylmagazin 7–8/2017

Schutzsuchende haben Anspruch auf ein Asylverfahren, welches ihnen ermöglicht, ihre Fluchtgründe vollumfänglich darzulegen. Nicht jede Person verfügt jedoch über dieselben Möglichkeiten, von diesem Recht Gebrauch zu machen und ihre Gründe für den Asylantrag in der Anhörung zusammenhängend darzustellen. Um diese  Asylsuchenden mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen, sind für sie besondere Verfahrensgarantien durch die EU-Verfahrensrichtlinie vorgesehen. Essentiell ist dabei, dass sie durch eine Prüfung auch erkannt werden. Bisher wird eine solche Prüfung nicht systematisch durchgeführt, was vor allem bei verkürzten Asylverfahren in Ankunftszentren verheerende Auswirkungen haben kann. In diesem Beitrag werden die besonderen Verfahrensgarantien beleuchtet, die insbesondere für Menschen mit psychischen Erkrankungen vorgesehen sind. Zudem werden einige Modellprojekte zur Beurteilung besonderer Bedürfnisse bei der Aufnahme vorgestellt, die auf Landesebene entwickelt wurden.

Den Beitrag der BAfF können Sie hier herunterladen: Beilage Asylmagazin_2017_Eine Frage von Glück und Zufall

 

Evaluation zur Früherkennung besonders Schutzbedürftiger im Aufnahmeverfahren

(am Beispiel Friedländer Modell, Niedersachsen)

Juli 2018

Im Rahmen des KaSQu-Projekts (2015-2018) wurde durch den NTFN eine Evaluation zur Situation der Früherkennung von Personen mit besonderem Schutzbedarf in Niedersachsen, insbesondere derer, die unter Traumatisierung und/oder psychischen Erkrankungen leiden, erstellt. Um der EU-Aufnahmerichtlinie nachzugehen und die Früherkennung von Traumatisierung und psychischen Erkrankungen zu fördern, ist 2012 das Friedländer Modell in der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland, Niedersachsen entstanden. Das Modell berücksichtigt die hauptsächlichen Dienststellen, die im Aufnahmeprozess mit dem Thema in Kontakt kommen und hat das Ziel besonders schutzbedürftige Personen frühzeitig zu erkennen. Das Modell ist danach auch in weiteren Aufnahmeeinrichtungen Niedersachsens initiiert worden.

Handlungsempfehlungen wurden anhand der Analyse des Modells entwickelt, um die Zugangswege zur Feststellung besonderer Schutzbedürftigkeit zu optimieren. und ist als Hilfe für die beteiligten Dienststellen gedacht, um ihre Arbeit mit Früherkennung zu verbessern.

Die Evaluation kann hier heruntergeladen werden: Evaluationsbericht Friedländer Modell in Niedersachsen


Wie beantrage ich eine Ermächtigung zur vertrags-psychotherapeutischen Versorgung von Flüchtlingen?

BPtK-Information für Psychotherapeuten in Privatpraxen und in Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer

September 2015

Ratgeber_Ermächtigung_Flüchtlinge


Gesundheit für Geflüchtete – Hintergrundinformationen für Ärzt*innen, Öffentlichkeit und Akteure

Informationsportal der Medibüros/Medinetze Deutschlands mit Unterstützung von medico international mit Best Practice Beispielen, Materialien und Überblick über aktuelle politische Entwicklungen.

http://gesundheit-gefluechtete.info/