Curriculum „Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen“

Die BAfF-Akademie „Flucht und Psychosoziale Gesundheit“ richtet gemeinsam mit der Psychotherapeutenkammer Berlin und dem Zentrum Überleben eine Fortbildungsreihe zur „Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren“ aus.

Die Fortbildung findet am 17./18.2. und 28./29.4. in Berlin statt und es sind noch Restplätze frei!

Alle Details zum Curriculum und zur Anmeldung finden sich im Fortbildungsflyer.

Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren bei Erwachsenen

In aufenthaltsrechtlichen Antrags- und Klageverfahren hat der psychologische oder ärztliche Gutachter Fragen nach ’psychisch reaktiven Traumafolgen’ zu beantworten, die eventuell bei Antragstellern oder Klägern vorhanden sind. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Auftraggeber, Ausländerbehörden, Verwaltungsgerichte und oft selbst Gutachter nicht über ausreichende Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit extrem traumatisierten Personen bei der Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im interkulturellen Kontext verfügen.

Aus diesem Grunde hat eine Arbeitsgruppe erfahrener Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen die „Standards zur Begutachtung psychisch traumatisierter Menschen“ (SBPM) Richtlinien zur Erstellung derartiger Gutachten unter Einbeziehung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die posttraumatische Belastungsstörung und andere psychisch reaktive Traumafolgen entwickelt, sie entsprechen im psychologischen Teil dem Istanbulprotokoll.

Entsprechend dieser Standards bieten die Berliner Psychotherapeutenkammer gemeinsam mit dem Zentrum Überleben (vormals Behandlungszentrum für Folteropfer) und der BAfF Akademie – Flucht und psychosoziale Gesundheit eine curriculare Fortbildung an. Sie soll psychologische und ärztliche Fachkolleginnen und Kollegen in die Lage versetzen, kompetente Fachgutachten zu erstellen. Nach Teilnahme an der Fortbildung und der erfolgreichen Erstellung dreier supervidierter Gutachten, können die psychologisch ausgebildeten Teilnehmer in die Listen von Fachgutachtern der Berufskammern sowie der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) aufgenommen werden. Die Teilnahme vermittelt auch allen, die nicht daran interessiert sind Gutachter zu werden, Kenntnisse für die Diagnostik im interkulturellen Feld und für die Erstellung von Stellungnahmen.

Zum Fortbildungscurriculum und den Anmeldemodalitäten