BAfF-Tagung „Besondere Schutzbedürftigkeit“

Vom 3. – 5. Mai 2021 wird die BAfF Tagung zum Thema „Besondere Schutzbedürftigkeit – Zwischen Rechtsanspruch und Umsetzung“ in einem Online-Format stattfinden. Die Tagung wird von der BAfF gemeinsam mit ihren Mitgliedszentren der Schwulenberatung Berlin, XENION e.V. und Zentrum ÜBERLEBEN organisiert.

Hier gibt es den Tagungsflyer als pdf zum Download: Deutsch. English.

Foto: © neal joup / photocase.de

Anmeldung: Die Anmeldung ist geschlossen.

Interessierte Journalist*innen melden sich bitte unter info@baff-zentren.org oder +49 (0)160 948 698 93.

TAG 1: MONTAG, 03.05.2021

13:00-13:30Begrüßung
13:30-14:00“Setting the basis”: (juristische) Einführung und Begriffsklärung   Anna Suerhoff, Wiss. Mitarbeiterin, Deutsches Institut für Menschenrechte
14:00-14:10Pause
14:10-15:10  Aspekte der Praxis: Über Grenzen und Möglichkeiten der Zuschreibung von Vulnerabilitäten  
David Keller, Zentrum ÜBERLEBEN
Falk Wachsmann, Schwulenberatung Berlin GmbH
Helen Deffner, Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt
15:10-15:30Pause
15:30-16:30Wer ist „vulnerabel“?
Philosophisch-ethische Reflexion eines ambivalenten Konzepts
 
Sylvia Agbih, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Universität Bielefeld
16:30-16:45Pause
16:45-17:30Are we vulnerable or are we made
vulnerable?
 
Jennifer Kamau, International Women´s Space
17:30-17:45Abschluss

TAG 2: DIENSTAG, 04.05.2021

10:00-11:00  Blick an die europäischen Außengrenzen aus juristischer, politischer und aktivistisch-praktischer Perspektive  
Clara Anne Bünger, Equal Rights Beyond Borders
Marie von Manteuffel, Ärzte ohne Grenzen
Tareq Alaows, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
11:00-11:15Pause
11:15-12:00Vom Glücksspiel zum geordneten System. Status quo, Modelle und Herausforderungen  
Lisa vom Felde, BAfF e.V.
12:00-13:00Pause
13:00-14:00Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen  

Moderation: Jan Drunkenmölle, XENION e.V.

Ulrich Hundt, Berliner Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (BZSL) e.V.; Ullika Borkamp, Frauen*beratung bei der Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen (KuB); Ayleen Güngor, BBZ Beratungszentrum und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen; Simon Ebner, AWO Kreisverband Berlin-Mitte e.V
14:00-16:00Pause
16:00-16:45Besondere Schutzbedürftigkeit und die Realitäten der Versorgung  
Louise Biddle, Universität Heidelberg
Prof. Dr. med. Kayvan Bozorgmehr, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld
16:45-17:00Pause
17:00-18:30Vom Krisenmodus zur Integrationsstrategie? Gesundheitsversorgung von Geflüchteten nach der Bundestagswahl
Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis
Filiz Polat, MdB, Bündnis 90/ die Grünen
Kayvan Bozorgmehr, Universität Bielefeld
Achim Kessler, MdB, Die Linke
Hilde Mattheis, MdB, SPD

Moderation: Patricia Hecht, taz
17:45-18:15Abschluss

TAG 3: MITTWOCH, 05.05.2021

10:00-12:15Workshops*
12:15-12:30Pause
12:30-13:00Gemeinsamer Abschluss

* Sie können unter 7 Workshops auswählen. Für manche der Workshops ist die Anzahl an Teilnehmenden begrenzt, die Zulassung erfolgt nach Zeitpunkt der Anmeldung. Beschreibungen der Workshops finden Sie auf der nächsten Seite.

Aufgrund von Zeitverschiebung findet Workshop 6 erst nachmittags von 14:00-16:15 Uhr statt.

WORKSHOPS

Workshop 1: Machtkritische Perspektiven auf die (Beratungs-)Arbeit zu Schutzbedürftigkeit

Vortragende: Rafia Shahnaz, GLADT – Selbstorganisation von Schwarzen und of Color Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Queere Menschen in Berlin

In diesem Workshop möchten wir gemeinsam mit Teilnehmenden erarbeiten, wie machtkritische Perspektiven in der Beratungsarbeit, sei es auf psychosozialer Ebene oder auf therapeutischer Ebene, praktisch aussehen. Wie schaffen wir besonders schutzbedürftige Menschen mit besonderer Aufmerksamkeit zu unterstützen, ohne paternalistische und stereotype Zuschreibungen zu reproduzieren? Wir werden hier Raum für Austausch und für gegenseitiges Lernen haben und ein paar Best Practice Beispiele vorstellen.

Workshop 2: InTo Justice: Interdisziplinäre Sachverhaltsaufklärung bei Folterfolgen

Moderation: Christian Cleusters

Beteiligt: Felix Mayer/ Lisa König (Rechtsmedizin Düsseldorf); Thomas Wolter/ Christopher Hochscheid (Rechtsmedizin Gießen); Carina Heyde/Felix Ahls, PSZ Düsseldorf; Leonie Teigler, BAfF e.V.

In NRW wurde in den letzten Jahren ein Modell zur interdisziplinären Begutachtung von Folterfolgen auf Basis des Istanbul Protokolls realisiert und wird in den nächsten zwei Jahren weiterentwickelt. Das Projekt verbindet rechtsmedizinische, therapeutische, sozialarbeiterische und juristische Expertise. Das Modell wird durch die Expert*innen vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Workshop 3: Modelle der Identifizierung von Schutzbedarfen. Good Practice und Herausforderungen.

Moderation: Alva Träbert, Rosa Strippe e.V. & Lea Flory, BAfF e.V.

Beteiligt: Caroline Gritschke, amnesty stuttgart; Heike Martin, Refugio München; Lena Ottensmeier, GGUA Münster

Der Workshop soll einen aktuellen Überblick und Einblick über bestehende Modelle zur Identifizierung vulnerabler Geflüchteter geben. Hierbei werden durch Vertreter*innen aus den PSZ oder anderen Beratungsstellen aus verschiedenen Bundesländern aktuelle Projekte mit ihren Herausforderungen und Erfolgen vorgestellt und in der Diskussion Gemeinsamkeiten, Strategien und Spielräume ausgelotet.

Workshop 4:  Gleich und doch anders. Beratung von LSBTI* Geflüchteten

Moderation: Falk Wachsmann, Schwulenberatung Berlin gGmbH, Danijela Remer, Schwulenberatung Berlin gGmbH

LSBTI* Geflüchtete sind erst in den letzten Jahren sichtbarer geworden, sowohl im öffentlichen Diskurs als auch in den psychosozialen Zentren. Die Schwulenberatung Berlin hat seit 2015 knapp 2.000 verschiedene LSBTI* Geflüchtete in verschiedenen Angeboten beraten und begleitet. LSBTI* (für lesbisch, schwul, bisexuell, trans* und inter*) als Abkürzung für Minderheiten von geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung kann nur unzulänglich sein, weil die Gruppen sehr heterogen sind und sich in ihren jeweiligen Erfahrungen, Bedarfen und Wünschen sowohl individuell als auch strukturell unterscheiden. In diesem Workshop wollen wir mit Input, Austausch und Best Practice für die Diversität sensibilisieren und den Fragen nachgehen, welche besonderen Herausforderungen und Möglichkeiten in der Arbeit mit diesen Zielgruppen liegen. 

Workshop 5: Psychosoziale Zentren als Orte interdisziplinärer Zusammenarbeit – Potenziale, Herausforderungen und Grenzen

Durchführende: Zentrum ÜBERLEBEN (BNS-Fachstelle, Ambulanz und Tagesklinik)

Als Austausch unter Praktiker*innen angelegt, geht der Workshop der Frage nach, welche Potenziale, aber auch welche Herausforderungen mit Blick auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit in psychosozialen Zentren für geflüchtete Menschen bestehen. Wie kann ein gutes „Case Management“ angesichts komplexer psychologischer, medizinischer, sozialer und letztlich juristischer Problemlagen aussehen? Was können psychosoziale Zentren hier durch die multiprofessionelle und interdisziplinäre Vernetzung im Sinne einer ganzheitlichen Beratung leisten – und wo liegen ihre Grenzen? Der Workshop will einerseits zu einer Reflexion anregen, andererseits konkrete Best Practice-Erfahrungen zusammentragen (z.B. auch mit Blick auf Wissenstransfer, Haltungen, Möglichkeiten).

Workshop 6: Expanding the lens of vulnerability (auf Englisch)

Aufgrund von Zeitverschiebung findet dieser Workshop von 14:00-16:15 Uhr statt.

Vortragende: Dr. Erinn Gilson, Merrimack College, USA

This workshop will introduce participants to vulnerability as a complex concept with multiple definitions. It will provide opportunities for participants to reflect on how these ways of understanding vulnerability impact their experiences and work. The session will evaluate the implications of understanding vulnerability as a status (connected to factors such as age, gender, citizenship), a product of socio-political circumstances, and a fundamental part of the human condition, as well as of understanding vulnerability as necessarily harmful or as potentially related to empowerment. The session will focus on exploring the benefits and difficulties of these different understandings of vulnerability, and will pay particular attention to the impact of these ways of understanding vulnerability on those who are labeled “vulnerable”, self-identify as “vulnerable”, and experience different forms of vulnerability.

Workshop 7: The importance of self-organization- as a tool of resistance./ Die Wichtigkeit von Selbstorganisation als Werkzeug des Widerstands (auf Englisch)

Vortragende: Jennifer Kamau, International Women´s Space

In this workshop, it will be important to build the capacity of the participants  to identify and understand the oppressive policies that are common in their context and that which affect them as individuals or collectively. The discussion will provide a deeper insight into the lessons learnt,best practices as well as other relevant strategies that have been applied by similar persons and groups to date in the struggle  and fight and to resist. This will also emphasize the need for collaborative and networking efforts with other similar minded persons and groups that are already engaged in the struggles over the years  without undermining what has been achieved over time.

In diesem Workshop wird es wichtig sein die Fähigkeit der Teilnehmenden weiterzuentwickeln, die unterdrückenden Prinzipien und Politiken zu identifizieren, die in ihrem Umfeld üblich sind und die sie individuell oder kollektiv betreffen. Die Diskussion soll Einblicke verleihe in Lessons Learnt, Best Practices und andere relevante Strategien die bei ähnlichen Personen in ähnlichen Kontexten angewendet wurden um zu kämpfen und Widerstand zu leisten. Es soll auch um die Notwendigkeit von Kooperationen und Netzwerken gehen, mit anderen Personen und Gruppen, die ähnliche Anliegen haben und die schon jahrelang in diesem Bereich engagiert sind. Ohne dabei das zu untergraben, was schon erreicht wurde.

Maximum 25 and a preference to be given to migrants./ Maximal 25 TN Dieser Workshop richtet sich besonders an Migrant*innen