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InTo Justice

Interdisziplinäre Dokumentation und ganzheitliche Rehabilitation von Folter und Folterfolgen (Interdisciplinary Documentation and Holistic Rehabilitation of Torture)

Das Projekt verbessert die interdisziplinäre Versorgung von Asylsuchenden mit Foltererfahrung. Zunächst wird das Projekt in Nordrhein-Westfalen und Hessen durchgeführt.

Laufzeit: 01.12.2020- 30.09.2022

Zur Erreichung der Projektziele werden verschiedene Bausteine genutzt:

Schulungen

Über Schulungen werden Fachkräfte in Flüchtlingsunterkünften, Primärversorgende, Sozialarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen in Behörden bei der Identifikation von Folterüberlebenden unterstützt.

interdisziplinäres Case Management

Asylsuchenden mit Foltererfahrung bietet das Projekt ein interdisziplinäres Case Management. Das bedeutet, dass die Klient*innen bedarfsgerecht im Einzelfall die nötige Unterstützung, Behandlung, Begleitung, Förderung und Versorgung erhalten. Dazu wird dementsprechend eine interdisziplinäre Sachverhaltsklärung der Folterfolgen nach dem Istanbul-Protokoll durchgeführt. Bei Bedarf wird eine Vermittlung zu Versorgungs- und Rehabilitationsangeboten angestoßen. Die Case Manager*innen begleiten die Betroffenen während des gesamten Prozesses.

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Etablierung einheitlicher Standards bei der Dokumentation

Mittel- und langfristige Verbesserungen sollen durch die Etablierung einheitlicher Standards bei der Dokumentation von Folterfolgen im Sinne des Istanbul-Protokolls eintreten. Das Istanbul-Protokoll ist ein von den Vereinten Nationen anerkannter Standard für Mediziner*innen, Psycholog*innen und Jurist*innen. Hierzu werden auch fachspezifische und interdisziplinäre Weiterbildungen und Qualifizierungen zu psychodiagnostischen, therapeutischen, medizinischen und psychosozialen Fragestellungen angeboten.

medizinisches Ausbildungscurriculum und Erweiterung der rechtsmedizinischen Empfehlungen

Um notwendige und nachhaltige Strukturen zu schaffen, werden darüber hinaus ein medizinisches Ausbildungscurriculum sowie eine Erweiterung der rechtsmedizinischen Empfehlungen zur Dokumentation von Gewaltfolgen mit Blick auf die speziellen Aspekte von Folter entwickelt. Außerdem werden juristische Expert*innen zum InTo-Justice-Projekt hinzugezogen, um auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für diese Verfahren zu verbessern.

Die Maßnahmen und Erkenntnisse des Projekts werden durch Veröffentlichungen und Fachveranstaltungen einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.

Weitere Informationen finden sich unter https://folterfolgen.de/.

Das Projekt wird durch Mittel aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.