Nachhaltige Verbesserung der Aufnahmebedingungen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge

Ziel dieses Projektes war es, die Aufnahmebedingungen für Überlebende von Folter, Vergewaltigung und sonstigen schweren Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt im Exil, insbesondere die medizinische und psychosoziale Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge, nachhaltig zu verbessern.

Das Projekt fand im Zeitraum von April 2012 bis März 2015 statt und wurde durch den Europäischen Flüchtlingsfond (EFF) gefördert.

Mit den Projektaktivitäten verfolgten wir das Ziel, Flüchtlinge dabei zu unterstützen, sich in Deutschland ein gesundes, menschenwürdiges Leben aufzubauen und ihre traumatischen Erfahrungen sowie die Folgen ihrer Entwurzelung, den Verlust von Besitztümern, sozialen Beziehungen und gesellschaftlichem Status zu verarbeiten.

Dieses übergeordnete Ziel integrierte die folgenden Teilziele:

  1. Die Verankerung der psychosozialen Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge im Gesundheitssystem, um den physischen und psychischen Folgen von Menschenrechtsverletzungen wie Folter, organisierter Gewalt und unfreiwilligem Exil präventiv entgegenzuwirken.
  1. Die Stärkung der gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten der betreuten KlientInnen, um die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen Geflüchteter zu verbessern und dabei insbesondere gesellschaftliche Ausschlussmechanismen und soziale Barrieren, die Flüchtlinge an lebendiger Partizipation am öffentlichen Leben sowie am Zugang zu adäquater gesundheitlicher Versorgung behindern, abzubauen.

 

1. Verankerung der psychosozialen Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge im Gesundheitssystem

In diesem Projektbereich erhoben wir Daten zur Versorgungssituation von Flüchtlingen in Deutschland, vernetzten die Erfahrungen der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und vertieften die Kontakte zu HeilberuflerInnen der gesundheitlichen Regelversorgung sowie zu Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Des Weiteren wurde die Organisation der jährlichen Bundesfachtagung in Kooperation mit jeweils einem Psychosozialen Zentrum mit diesen Aktivitäten verschränkt.

Ziel dieses Projektbereiches war es, die gesammelten Daten zur Versorgungssituation mit Hintergrundinformationen und Beispielen aus der Praxis in einem umfassenden bundesweiten Versorgungsbericht zu veröffentlichen.

Auf dieser Grundlage soll die (Fach-) Öffentlichkeit über Versorgungsdefizite aufgeklärt und zugleich Handlungsempfehlungen zur Realisierung von good practice in der Versorgung von Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen in den öffentlichen Diskurs gebracht werden.

Der Versorgungsbericht wird in Kürze veröffentlicht werden.

 

2. Stärkung der gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge

Dieser Projetbereich widmete sich den gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge und zielte, auf der Grundlage eines ganzheitlichen Verständnisses von Gesundheit und gesundheitlicher Versorgung, wonach Rehabilitation mehr als nur symptomorientierte Interventionen umfasst, darauf ab, die Bewältigungsressourcen und die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe als entscheidende Determinanten von Gesundheit zu stärken.

Im Sinne einer Fortführung des Projekts „Zeitzeugen der Menschenrechte“ initiierten wir ein Projekt, in dem Flüchtlinge selbst Raum erhalten, ihre Anliegen im Austausch mit Angehörigen der Aufnahmegesellschaft sichtbar werden zu lassen: Im Filmprojekt „(Un-)Sichtbare Grenzen – In Szene gesetzt!“ gaben wir jungen Geflüchteten die Möglichkeit, die Barrieren, die sie auch hier im Exil an einer lebendigen und produktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben behindern, medial im öffentlichen Raum zu thematisieren.

Aufnahmebedingungen  Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Flüchtlingsfond (EFF).