BAfF-Positionspapier: (Neue) Unterstützungskonzepte in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten

Selbst wenn die Flucht geglückt ist, ist nicht immer alles gut. Traumatische Erlebnisse im Herkunftsland, während und nach der Flucht können die Integration erschweren oder behindern. Das können Belastungssituationen aufgrund schlechter Unterbringung ohne Privatsphäre sein oder Probleme beim Familiennachzug sowie das Fehlen einer adäquaten gesundheitlichen Versorgung. Diese können u.a. die psychische Situation bei Geflüchteten deutlich verschlechtern.

Einige der hier in Deutschland ankommenden Geflüchteten brauchen Unterstützung, um mit diesen Erfahrungen umgehen zu können oder stabilisiert zu werden. Manche von ihnen benötigen auch andere professionelle Hilfe, etwa auch eine Psychotherapie. Doch die Kapazitäten sind beschränkt und der Zugang für geflüchtete Menschen zu psychosozialer und psychotherapeutischer Versorgung ist strukturell schwer.

In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl an Projekten entstanden, die versuchen, niedrigschwellig und mit Hilfe von Laien die Versorgung von Geflüchteten zu verbessern. Doch gerade, wenn es um psychosoziale und psychotherapeutische Unterstützung geht, darf hier nicht die Versorgung von Geflüchteten auf Laien abgewälzt werden und somit eine Art Gesundheitsversorgung zweiter Klasse entstehen.

Das Positionspapier „Lots*innen, Peers und Laienhelfer*innen: (Neue) Unterstützungskonzepte in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten“ der BAfF fasst die aktuellen Entwicklungen und neue Projekte zusammen, ordnet diese in den derzeitigen Diskurs ein und analysiert die Möglichkeiten und auch die Grenzen von Laienhilfe-Programmen. Die Forderung hierzu muss aber sein, dass eine faire und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung auch für geflüchtete Menschen gewährleistet werden muss. Peer-Programme sind kein Allheilmittel für jahrelang versäumte Missstände. Es gilt weiterhin, Mängel in den bestehenden Versorgungsstrukturen nachhaltig zu beheben und eine bedarfsorientierte Versorgung zu gewährleisten.

 

Das vollständige Positionspapier als pdf