Fachgespräch zur „Gesundheitlichen Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge“
Angesichts der anstehenden Novellierung des Asylbewerberleistungsgesetzes hat die BAfF am 18. Januar gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. eine Fachveranstaltung zur „Gesundheitlichen Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge“ durchgeführt. Die Veranstaltung richtete sich vor allem an Politiker und Politikerinnen aus dem Deutschen Bundestag und aus den Ländern sowie EntscheidungsträgerInnen der Ministerien.
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Hintergründe der Veranstaltung
Eine breite Datenlage internationaler Studien zum Gesundheitszustand von AsylbewerberInnen im Exil belegt, dass mindestens 40% der Gruppe besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge aufgrund von Folter und anderen Formen schwerster Menschenrechtsverletzungen schwer traumatisiert sind und entsprechend intensiver medizinischer und psychotherapeutischer Betreuung und Behandlung bedürften.
Die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen weist in Deutschland jedoch noch immer gravierende Defizite auf: das komplexe Leistungsspektrum kultursensibler sozialer Beratung und Therapie wird nahezu ausschließlich von den instabil finanzierten psychosozialen Behandlungszentren getragen. Von der strukturellen Verankerung eines bedarfsorientierten Versorgungssystems im Sinne der Umsetzung der EU-Aufnahmerichtlinien sind wir damit weit entfernt.
Expertise aus rechtlicher sowie der Perspektive der Versorgungspraxis
Um über gemeinsame Dialog- und Lösungsansätze zu beraten zu können, haben wir ExpertInnen eingeladen, die die Thematik sowohl aus rechtlicher als auch aus der Perspektive der Versorgungspraxis beleuchteten:
So referierte zunächst Dr. Thomas Bär, wissenschaftlicher Referent der Bundespsychotherapeutenkammer, zum Themenkomplex „Trauma und Bedingungen einer nachhaltigen Behandlung“. Daran anschließend stellte Sebastian Ludwig vom Diakonischen Werk der EKD die rechtlichen Grundlagen der Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge dar und Silvia Schriefers (BAfF e.V.) schilderte die aktuelle Situation im Blick auf die Strukturen der Versorgung. Die genannten Fachvorträge wurden schließlich eindrucksvoll von Dietrich F. Koch, dem Leiter der Beratungsstelle „XENION - Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte“ durch Beispiele aus der Behandlungspraxis unterstrichen.
Dialog- und Lösungsansätze
Prof. Dr. med. Heinz-Jochen Zenker, stellvertretender Vorsitzender der BAfF, verschaffte uns daraufhin einen Einblick in verschiedene Modelle, anhand derer sich die Situation aus Sicht der Fachöffentlichkeit verbessern ließe. Sein Beitrag bildete zugleich den Übergang in die Diskussion der Erkenntnisse des Abends: das Versorgungsdefizit in seinem rechtlichen Kontext und die Modelle zur Integration der Versorgung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge wurden im politischen Raum verortet und gemeinsame Dialog- und Lösungsansätze diskutiert.
Eine ausführliche Diskussion der Tagungsbeiträge werden wir Ihnen in Kürze an dieser Stelle zur Verfügung stellen.







