Flüchtlingskinder
Verletzlichkeit
Kinder sind von den Erfahrungen mit Krieg, Verfolgung und Flucht besonders stark betroffen. Die Spuren der Belastungen sind oft noch nach Jahren zu sehen. Wie gut es ihnen gelingt, diese traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten, ist in hohem Maße abhängig von den Lebensbedingungen, der Zuwendung und dem Schutz in der Nachfluchtphase.
Lebenssituation im Exil
Die meisten Flüchtlingskinder haben traumatische Erfahrungen von Krieg, Flucht und Menschenrechtsverletzungen gemacht. In Deutschland angekommen, sind sie mit ihrer Trauer und ihren Ängsten häufig allein gelassen und leben isoliert unter sehr eingeschränkten Lebensbedingungen in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge: Es herrschen permanenter Lärm und drangvolle Enge (einer vierköpfigen Familie steht i.d.R. ein Raum zu Verfügung), Küchen und Sanitäranlagen werden gemeinschaftlich genutzt, es fehlen Spielmöglichkeiten und Rückzugsräume zum Lernen. Die Aggressionen, die sich in diesem Lebensumfeld entwickeln, treffen insbesondere die Kinder und Schwächeren.
Ihre Eltern, die meist selbst traumatisiert sind, können ihnen oft nur unzureichende Hilfe anbieten. Neben den Folgewirkungen ihrer traumatischen Erlebnisse sind Flüchtlingskinder zusätzlich konfrontiert mit einer fremden Umgebung, einer anderen Lebensart und einer Sprache, in der sie sich nicht verständigen können. Viele Kinder reagieren auf diese vielfältigen Belastungen mit einer Rückentwicklung bereits erworbener Fähigkeiten oder beobachtbar auffälligem Verhalten wie Aggressivität oder Rückzug nach innen. Sie haben Schwierigkeiten die Lern- und Verhaltensanforderungen im Schul- und Erziehungssystem zu erfüllen und geraten vielfach ins gesellschaftliche Abseits. Â
Hilfsangebote der Behandlungszentren
Um Flüchtlingskindern möglichst gezielt zu helfen, werden sie in den Behandlungszentren für Flüchtlinge und Folteropfer je nach Bedarf mit unterschiedlichen Angeboten unterstützt. In Einzeltherapie können schwer traumatisierte Flüchtlingskinder Sicherheit und Halt wiederfinden und das Erlebte ausdrücken. In Kunsttherapiegruppen wird durch künstlerische Ausdrucksformen die Phantasie und Kreativität der Kinder gefördert. Im Schutz des therapeutischen Raumes haben sie die Möglichkeit im Spiel oder beim Malen ihre traumatischen Erfahrungen symbolisch auszudrücken und zu verarbeiten. Der spielerisch-künstlerische Methodenansatz eignet sich besonders gut für die Arbeit mit Flüchtlingskindern, da Sprachbarrieren durch nonverbale Kommunikation überwunden werden können.







