EXSEM - Qualitätssicherung durch begleitete Selbstevaluation

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Hintergrund: Unterstützung im Spannungsfeld von Politik, Recht und psychosozialer Hilfe

Die psychosoziale Unterstützung von Flüchtlingen und Überlebenden von Folter und anderen Menschenrechtsverletzungen stellt in der täglichen Praxis hochspezifische Anforderungen an die in diesem Handlungsfeld agierenden Helferinnen und Helfer. Im Spannungsfeld von Politik, Recht und psychosozialer Hilfe muss – eingebettet in ein komplexes Leistungsangebot - gezielt und reflektiert Hilfestellung geleistet werden, um adäquat auf die spezifischen Probleme dieser besonders vulnerablen Personengruppe eingehen zu können. Zudem ist die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen ein sehr schwieriger, herausfordernder Bereich, der hohe Ansprüche an die Ressourcen, die Stabilität und die Belastbarkeit der Helfenden stellt.

Ziel des Projektes:  Entwicklung und Verbesserung der Arbeit in den spezialisierten Behandlungszentren

Die in der BAfF vernetzten psychosozialen Behandlungszentren stellen seit Jahrzehnten die maßgebliche Instanz in der Behandlung von Asylsuchenden. Aber auch ExpertInnen benötigen den Blick von außen und eine fundierte Evaluation ihrer Arbeit, um ihre tägliche Praxis kritisch reflektieren und kontinuierlich verbessern zu können. Dennoch gab es im deutschsprachigen Raum bislang noch keine speziell auf die Anforderungen, Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der Behandlungszentren zugeschnittene Evaluationsmethode. Vor diesem Hintergrund entwickelte die BAfF in Kooperation mit verschiedenen europäischen Universitäten und Behandlungszentren eine Methode zur geleiteten Selbstevaluation: die EXSEM-Methode („EXternally guided Self Evaluation Method“).

Die Evaluationsmethode

Die Ursprünge der Methode wurden zur Evaluation der Arbeit in Krisengebieten entwickelt. Auf Grundlage der hier gesammelten Erfahrungen hat die BAfF das Verfahren in einem europäischen Vorgängerprojekt  für den Kontext der Behandlung besonders schutzbedürftiger Asylsuchender modifiziert und in dieser Form bereits in sechs europäischen Ländern erprobt und verfeinert.


Indem EXSEM die Methoden des Outcome-Mappings mit denen begleiteter Selbstevaluation kombiniert, reagiert es ganz konkret auf die speziellen Anforderungen, welche die Arbeit in Behandlungszentren für Flüchtlingen und Folteropfern an professionelle Helfende stellt: über die Fokussierung von Lernprozessen und Handlungskompetenzen der AkteurInnen eröffnet die Anwendung der Methode neue Möglichkeiten, etablierte Praktiken und Aktivitäten sowie die eigene Positionierung und Vernetzung mit Partnern zu reflektieren und ressourcenorientiert zu gestalten.

Adaptation der Methode an die deutsche Behandlungssituation

Mit dem aktuellen Projekt möchte die BAfF „EXSEM“  als Selbstevaluationsmethode auch deutschsprachigen ExpertInnen in der psychosozialen Versorgung von Flüchtlingen zugänglich machen. Mit diesem Ziel wird die Methode in 5 Projektpartnerzentren zunächst orientiert an bereits von den einzelnen Zentren durchgeführten Evaluationsmethoden als Evaluationsmethode theoretisch gelehrt und praktisch geübt, um sie anschließend  im Rahmen von Teamtagen mit allen MitarbeiterInnen der jeweiligen Zentren zu erproben. Evaluationstreffen der Partnerzentren werden schließlich Raum für den Austausch der verschiedenen Erfahrungen mit der Methode sowie für die Integration der Ergebnisse bieten.

Durch die Anpassung des europäischen Modells an die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der deutschen Behandlungszentren, insbesondere an das Zusammenarbeiten im Team der spezialisierten Einrichtungen sollen die MitarbeiterInnen der Partnerzentren in zweierlei Hinsicht von der Methode profitieren:  zum einen im Rahmen der täglichen Arbeit und ihrer Reflexion im Team, zum anderen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und des Fundraising. Da die Evaluation mit EXSEM es ermöglicht, direktes Feedback und Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich der konkreten Praxis von Helfenden abzuleiten, sind zudem Nachhaltigkeit und Kontinuität im Transfer der Evaluationsergebnisse sichergestellt. Neben den Synergieeffekten, die sich resultierend aus dem Austausch der PartnerInnen nutzen lassen, kann im Sinne des „applied research“ auch die Kluft zwischen theoretischer Forschung und praktischer Arbeit geschlossen werden.

„Best Practice“: bundesweite Verbreitung der Erfahrungen und Vernetzung der Behandelnden

Am Ende des Projektes werden die Erfahrungen mit der Methode, die Beispiele, Informationen und Empfehlungen, die sich aus der Zusammenarbeit der teilnehmenden Einrichtungen entwickelten,  in einer Publikation auch auch einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel ist es, über die Veröffentlichung der Projektergebnisse einen kontinuierlichen interdisziplinären Erfahrungsaustausch anzuregen und damit den Grundstein für die Entwicklung  allgemeiner Empfehlungen zur Evaluation der psychosozialen Arbeit mit Flüchtlingen und Folterüberlebenden zu legen.

 

Das Projekt „Qualitätssicherung durch EXSEM - Begleitete Selbstevaluation der spezialisierten Einrichtungen zur Verbesserung der Aufnahmebedingungen für besonders schutzbedürftige Asylsuchende"

wird gefördert vom Europäischen Flüchtlingsfond (EFF)

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