Verstehen, Vernetzen, Stabilisieren. Empowerment von Ehrenamtlichen in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten

Verstehen, Vernetzen, Stabilisieren. Empowerment von Ehrenamtlichen in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten

Seit dem „Sommer der Migration“ im Jahr 2015 engagieren sich Menschen in Deutschland wie nie zuvor ehrenamtlich für geflüchtete Schutzsuchende. Das Ehrenamt kann hinsichtlich der Stabilisierung von Menschen mit Fluchterfahrungen auch im psychosozialen Bereich eine große Unterstützung kann sein. Doch den Helfenden mangelt es an Kapazitäten, Netzwerken und Strukturen für Austausch, Aus- und Weiterbildung sowie zur Überwindung von Barrieren und Hürden, um für Geflüchtete einen bedarfsgerechten Zugang zur psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung herzustellen. Der Zustand des Wartens und das Gefühl von Passivität sind eine alltägliche Erfahrung vieler Geflüchteter und Ehrenamtlicher. Viele Ehrenamtliche berichten vom Gefühl der Ohnmacht und davon an ihre Grenzen zu gehen. So ist nicht nur Verständnis und Mitgefühl im Kontakt und in der unterstützenden Beziehung wichtig, sondern eben auch die Fähigkeit sich abgrenzen zu können, damit nicht die eigenen Kräfte überbeansprucht werden und sich erschöpfen.

Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt „Verstehen, Vernetzen, Stabilisieren. Empowerment von Ehrenamtlichen in der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten.“ (Feb. 2018 – Dez. 2019) verschiedene Formen des Empowerments für ehrenamtliche Helfer*innen an der Schnittstelle von Qualifizierungs-, Antidiskriminierungsarbeit und Supervision, Community Building und Stabilisierungsarbeit um.

Durch die Qualifizierung hinsichtlich eines traumasensiblen Umgangs mit Geflüchteten können Ehrenamtliche, die besonders vulnerable, psychisch belastete Geflüchtete begleiten, sich über Perspektiven und Ängste im Umgang mit Traumatisierten und über Probleme durch vorhandene Barrieren im Zugang zu psychosozialer Versorgung in Berlin austauschen. Ehrenamtliche Helfer*innen bekommen Rückhalt und Informationen, die sie befähigen, die Wartezeit der Geflüchteten zu überbrücken und aktiv an Strategien mitzuwirken, einen Zugang in die Versorgung zu finden.

Das Projekt besteht aus drei ineinandergreifenden Bausteinen:

1) Sensibilisierungs- und Antidiskriminierungsarbeit in Schulungen im Kontext Flucht und Trauma für Ehrenamtliche, die durch eine qualifizierte Begleitung Ihres Ehrenamtes Entlastung erfahren,

2) Aufbau und Verstärkung von Netzwerkstrukturen in Berlin mithilfe der partizipativen Methode „Community Mapping”, die durch die Erstellung von „persönlichen Landkarten” zur Nutzung und Mobilisierung der vorhandenen Ressourcen und Strukturen anregt und den Eintritt der Geflüchteten in das schwer zugängliche Versorgungssystem oder alternative Stabilisierungsangebote erleichtert und

3) ein ressourcenorientiertes Gruppenangebot zur Förderung von Stabilisierung und Empowerment des Tandems Ehrenamtliche und Geflüchtete, indem ein gemeinsames Fotoprojekt in kreativer Form den Austausch über strukturelle und individuelle Problemsituationen und Lösungswege ermöglicht und breite (Fach)Öffentlichkeit(en) erreicht.

 Kontakt:

Für weitere Informationen können Sie uns gern unter info@baff-zentren.org kontaktieren.

Ansprechpartnerinnen:

Lea Flory, Leonie Teigler, Sibel Atasayi

Projektförderer:

Dieses Projekt wird durch eine Zuwendung von Aktion Mensch finanziert.