Qualitätssicherung, Dokumentation und Monitoring im interprofessionellen Team (QUANTUM)

Im Projekt „Qualitätssicherung, Dokumentation und Monitoring im interprofessionellen Team“ (QUANTUM) haben sich die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) und sechs ihrer Mitgliedszentren zur Aufgabe gemacht, die interdisziplinäre Arbeit mit besonders vulnerablen Asylsuchenden zu systematisieren und zu stärken.

Foto von bboellinger (CC0 / pixabay.de)

Von komplexen Bedarfen zu multiprofessionellen Teams

Die Bedarfe von komplex traumatisierten Menschen sind vielschichtig und häufig nicht von einer Berufsgruppe allein zu adressieren. In den Psychosozialen Zentren werden geflüchtete Klient*innen deshalb durch ein niedrigschwelliges, multiprofessionell organisiertes Leistungsspektrum unterstützt – umgesetzt durch divers zusammengesetzte Teams aus psychotherapeutischen, sozialarbeiterischen, kreativtherapeutischen und weiteren Fachkräften. Ihre Versorgungsangebote sind an den Alltag der Klient*innen rückgekoppelt – psychische Krisen werden im gesellschaftlichen Kontext bearbeitet, statt isoliert im Behandlungsraum. Deshalb sind auch Vermittlung und Vernetzung, die Presse- und die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen für die Psychosozialen Zentren ein zentraler Bestandteil ihres Leistungsspektrums.

Systematisierung und Dokumentation interprofessioneller Arbeit

Empirische Studien zur interprofessionellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zeigen, dass berufsgruppenübergreifende Versorgungskonzepte die Prozesse und Ergebnisse der Versorgung verbessern. Bislang wird jedoch sehr unterschiedlich definiert, was gute interprofessionelle Zusammenarbeit ausmacht und wie eine gemeinsame Identifizierung von Bedarfen, die berufsgruppenübergreifende Dokumentation und Kommunikation und die Interventionsplanung im Team gut funktionieren kann.

In der Versorgung traumatisierter Asylsuchender gehören die Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer zu den Pionieren der interprofessionellen Zusammenarbeit. Seit den 1980ern wurden zahlreiche Expertisen dazu veröffentlicht, welche Ansätze in der psychosozialen Arbeit mit Asylsuchenden hilfreich sind und welche Standards und Leitlinien in der Behandlung berücksichtigt werden müssen. Doch auch hier erfolgt die Arbeit der einzelnen Berufsgruppen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kompetenzen, Aufträge und Instrumente.

Mit unserem Projekt QUANTUM werfen wir deshalb einen Blick auf die Kommunikation über unterschiedliche Wissensbestände, Erfahrungen und Rollen in interdisziplinären Teams. Ziel ist es, die gemeinsame Bedarfserhebung und Interventionsplanung zu systematisieren und zu verbessern.

Bedarfsermittlung, Dokumentation und Versorgungsanalysen

Dabei sollen softwaregestützte Dokumentationsformen an die interdisziplinäre Praxis angepasst und durch die Analyse von Routine-Daten sowohl Versorgungsbedarfe als auch die aktuelle Versorgungssituation sichtbar gemacht werden.

Projektpartner, Aktivitäten und Ergebnisse

Die BAfF führt das Projekt zusammen mit 6 Psychosozialen Zentren durch:

Alle Projektpartner tauschen sich regelmäßig zur praxisorientierten Weiterentwicklung der Dokumentationssoftware aus, führen in ihren Teams Schulungen zur Dokumentation der interdisziplinären Praxis durch und arbeiten gemeinsam an Expertisen u.a. zu den Bedarfen besonders vulnerabler Asylsuchender. Es werden zwei bundesweite Fachtagungen ausgerichtet und jährlich ein umfassender Versorgungsbericht veröffentlicht.

Projektlaufzeit: 01.07.2019 – 30.06.2022

Kontakt:

Für weitere Informationen können Sie uns gern unter info@baff-zentren.org kontaktieren.

Projektförderer:

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.

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